Zeitenwende
Zeitenwende basiert auf Eindrücken einer Sommerwanderung durch einen teilweise gerodeten Wald und der sichtbaren Veränderung ökologischer Landschaften in Deutschland.
Ausgangspunkt der Arbeit war die Erfahrung, durch einen Wald zu gehen, der gleichzeitig lebendig und beschädigt wirkte. Zwischen gefällten Flächen, verbliebenen Baumgruppen und neu entstehenden Strukturen entstand das Gefühl, Zeugin eines Zustands des Übergangs zu sein. Der Wald erschien nicht als statische Landschaft, sondern als verletzlicher Organismus, der auf veränderte Umweltbedingungen reagiert.
Diese Erfahrung wird in eine getuftete textile Oberfläche übersetzt, in der Verlust, Fragmentierung und Verdichtung gleichzeitig sichtbar werden. Inspiriert von Baumrinde, Flechten, Moosen und Pilzen entsteht eine vielschichtige Struktur, die vom Zusammenspiel verschiedener Lebensformen erzählt. Die einzelnen Elemente stehen dabei nicht isoliert nebeneinander, sondern bilden ein komplexes Geflecht gegenseitiger Abhängigkeiten.
Für die Arbeit wird überwiegend überschüssige oder beschädigte Schurwolle deutscher Manufakturen verwendet. Die Wahl des Materials ist Teil des inhaltlichen Ansatzes und versteht sich als bewusste Auseinandersetzung mit Ressourcen und Kreisläufen.
Zeitenwende ist der Versuch, ökologische Veränderungen nicht nur sichtbar, sondern körperlich erfahrbar zu machen. Die Arbeit lädt dazu ein, Landschaft als etwas Verletzliches wahrzunehmen, dessen Gleichgewicht nicht selbstverständlich ist.
Jahr2022/2023TechnikTuftingMaterialrecycelte WolleMasse1.40m x 2.40m










