Opuntia
Opuntia überträgt die Feigenkaktus-Landschaft Süditaliens in eine textile Topografie aus getufteter Oberfläche.
Die Arbeit entsteht aus der Wahrnehmung der Kaktusfeige als alltägliche, zugleich kulturell aufgeladene Pflanze im mediterranen Raum – eine Pflanze, die an Grenzräumen wächst, Schutz bildet und unter kargen Bedingungen überlebt. In den Landschaften meiner Kindheit war sie allgegenwärtig: entlang von Straßen, zwischen Trockenmauern und auf brachliegenden Flächen. Ihre Präsenz war selbstverständlich und doch prägend.
Diese Eigenschaften werden in eine reliefartige textile Struktur aus Farbe, Verdichtung und Höhe übersetzt. Zwischen Gelb-, Violett- und Orangetönen entsteht eine Oberfläche, die an Wachstum, Reife und sonnengeprägte Landschaften erinnert. Die charakteristischen Verdichtungen der Pflanze erscheinen als textile Erhebungen, die zwischen Bild und Objekt oszillieren.
Mich interessiert dabei weniger die botanische Darstellung als die Frage, wie sich Landschaft im Körper und in der Erinnerung einschreibt. Die Arbeit versteht Landschaft als etwas, das nicht nur gesehen, sondern körperlich erinnert und gespürt wird. Das Textil wird zu einem Träger von Nähe, Herkunft und räumlicher Erinnerung.
Jahr2026TechnikTuftingMaterial50% recycelte Wolle, 50% neuseeländische WolleMasse1.45m x 1.45m









